Geometrische Seife »Rhombus« - Teil 3
Noch mal zur Erinnerung:
Der Plan
Rhombenseife in zwei Blautönen und weiß mit einem angenehmen Herrenduft
Die Ingredienzen:
- Fette: Olivenöl, Babassuöl, Sheabutter, Avocadoöl, Rizinusöl, Cupuaçubutter
- 10% LU
- LF: 30% (statt der üblichen 33%, die ich bisher verwendet hatte)
- Farbe: »natur«, Mica in »Pearl Ocean Blue« und Kokosnuss-Aktivkohle
- Duft: PÖ »Clear Sign«
Entscheidungen
Sooft ich meine beiden bereitstehenden Rautenvarianten auch betrachtete und sie in den verschiedensten Lichtverhältnissen begutachtete, Zufriedenheit wollte sich nicht einstellen. Der Farbkontrast war einfach zu gering, für das, was ich wollte, und die Blautöne harmonierten für mein Empfinden nicht. Was also tun?
Meine Unzufriedenheit ignorieren und es trotzdem wagen, die Seife einmal fertigzustellen? Ich hatte ja Reserven für einen zweiten Versuch, ggf. eben dann doch mit einer anderen Farbe. Oder lieber gleich noch einmal eine neue Farbvariante sieden, was leider auch die Fertigstellung verzögern würde? Falls ja, welche Farbe käme dann in Frage?
Ich weiß, Perfektionisten sind schwer zufriedenzustellen, aber das passte hier einfach nicht! Und so entschied ich nach langem Hin und Her, mein Bauchgefühl nicht meiner Neigung zum Perfektionismus zuzuschreiben und tatsächlich noch eine weitere Farbe zu sieden. Augen zu und durch!
Ich würde also noch einmal das »Pearl Ocean Blue« aus der ersten Runde verwenden und versuchen, es mit Kokosnuss-Aktivkohle dunkler zu färben. Blieb nur zu hoffen, dass es klappte. Erst mal ’n Kaffee …
Die Realisation - Rhombus, Runde 3
Nachdem die 30% Laugenflüssigkeit der zweiten Runde merklich besser funktioniert hatten als die 28% der ersten Runde, beließ ich es für die dritte Runde bei den 30%.
Während die Fette schmolzen und die Lauge abkülte, mischte ich die neue Farbe, bis mir der Blauton dunkel genug erschien. Die Frage war, wie sich die Farbe im Seifenleim machen würde. Dass Seife sieden so nervenaufreibend sein kann …
Dennoch war ich mir sicher, dass die neue Farbe besser zur ersten Farbe passen würde, weil die Grundlage derselbe Blauton war. Blieb zu hoffen, dass ich sie genug abgedunkelt hatte, um den gewünschten Kontrast zur ersten Farbe zu bekommen.
Der gefärbte Seifenleim durfte natürlich auch diesmal wieder in den bereitgestellten Dividor und ließ sich wieder gut glattstreichen und von Luftbläschen befreien. Ob sich die Nachbarn wundern, wie oft es bei uns Schnitzel gibt?
Wieder durfte der Dividor mit Folie und Deckel abgedeckt in den Keller und in Ruhe verseifen und aushärten. Diesmal kam ich jedoch erst eine Woche später dazu, sie auszuformen und zu schneiden. Wieder eine unschöne Verzögerung. Blöd!
Erfreulicherweise klappte zumindest das Anzeichnen und Schneiden wieder sehr gut. Ich lern’s noch! Freu!

Erstaunlicherweise ist der Farbton auf diesem Foto sogar ziemlich nah am tatsächlichen Farbton. Bei der fertig geschnittenen Seife gab es dann aber wieder die bekannten Probleme bzgl. der Farbwiedergabe der Kamera Oder ich bin doch einfach zu doof zum Fotografieren?

Trotzdem sah sie gut aus! Und mein Plan war aufgegangen. Diesmal passte der Farbton wirklich zum Blauton aus der ersten Runde. Alles andere hätte mich zugegebenermaßen auch gewundert. Ist ja schließlich der gleiche Blauton nur eben dunkler. Aber er war zu meiner Erleichterung auch dunkel genug.
Ja, es ist mir allen Ernstes sogar gelungen, die verschiedenen Blautöne realitätsnah in einem Foto einzufangen. Es geschehen noch Zeichen und Wunder …
Die Farben aus Runde 1, Runde 2 und Runde 3, in genau dieser Reihenfolge:

Dieser Farbvergleich bestätigt eindeutig, dass die Entscheidung richtig war, noch eine weitere Farbe zu sieden. Ich war erleichtert. Mit den Farben aus den Runden 1 und 3 konnte ich meinen Plan wie gewünscht umsetzen. Mit diesem Ergebnis war ich sehr zufrieden. Yesss!
Die neuen Rauten durften noch ein bisschen im Keller, nur mit Küchentüchern zugedeckt, an der Luft trocknen. Die anderen beiden hatte ich verpackt, damit nicht noch mehr Wasser verdunstete und der Wassergehalt beim weiteren Verarbeiten, so meine Hoffnung, möglichst ähnlich war.
Jetzt brauchte ich nur noch Zeit und einen guten Plan für das erste »Finale« …