Geometrische Seife »Rhombus« - Finale 1

Noch mal zur Erinnerung:

Der Plan

Rhombenseife in zwei Blautönen und weiß mit einem angenehmen Herrenduft

Die Ingredienzen:

Endspurt, zum Ersten

Die Rauten standen bereit und warteten darauf, in den Dividor geschlichtet zu werden. Das würde sicher irgendwie funktionieren.

Fraglich war, wie ich den Seifenleim zum Füllen der Lücken für die dritte Raute in selbige bringen sollte. Das PÖ zog auch mit einer Konzentration von 3% und 30% Laugenflüssigkeit noch zu schnell an, um die komplette Menge einfach darüberzugießen. Was also tun …

Wenn ich ganz schnell arbeitete, würde ich es vielleicht schaffen, die Hälfte des Seifenleims einzugießen, überlegte ich so. In Ermangelung anderer sinnvoller Ideen beschloss ich also, den Seifenleim in zwei Hälften zu teilen und diese nacheinander weiter zu bearbeiten. Theorie und Praxis … altbekannte Geschichte …

Wenn es schief ging, würde ich mir für die zweite Finalrunde wohl oder übel eine Alternative einfallen lassen müssen. Jetzt bloß nicht darüber nachdenken!

Die Realisation - Rhombus, Runde 4

Tief Luft geholt und frisch ans Werk! Die Welt gehört den Mutigen! Schlückchen Kaffee für die Nerven?

Erst mal den Boden des Dividors mit Frischhaltefolie ausgekleidet und den Rahmen aufgesetzt. Eigentlich war die Folie dazu da, die Seife hinterher ohne Pannen von der Bodenplatte zu bekommen.

Ein Test zeigte aber, dass die Rauten auf der Folie nicht ganz so leicht rutschten, wie auf der Bodenplatte. Das half hoffentlich dabei, sie beim Übergießen an Ort und Stelle zu halten. Wenn sie verrutschten, wäre die ganze Schlichterei umsonst gewesen.

Als nächstes die Rauten in den Divi drapiert … Das zog sich tatsächlich länger hin, als erwartet, konnte ich sie doch nicht so einfach an Ort und Stelle platzieren, wir ich gehofft hatte.

Man sollte ja nicht glauben, dass man trotz sauber angezeichneter Rauten, einem schnurgeraden Messer, das kerzengerade zu einem ebensolchen Schnitt angesetzt wird, unterschiedliche Rauten bekommt! Manche wurden nach unten hin schmäler, andere breiter. Unfassbar!

Sie sahen auf den ersten Blick zwar alle gleich aus, aber wenn man sie dem Muster endsprechend in die Form setzen wollte, passten manche Rauten besser nebeneinander als andere - zumal die Spitzen ja möglichst genau aufeinandertreffen sollten. Wiederholtes »Nachjustieren« der Spitzen ließ sich nicht vermeiden, zumal beide Spitzen der langen Diagonale platziert werden wollten.

Zum Glück hatte ich ja schon immer ein Faible für Puzzles und Geduldsspiele - eine Eigenschaft, die mir hier eindeutig zu Gute kam. Irgendwann darf man ja auch mal Glück haben, ne?

Fertig eingeschlichtet, sah das schon mal sehr vielversprechend aus:

20210501_181518_Rhombus_Finale_1_Tableau_I_geschichtet_600.jpg

Ok! Ich habe dieses Foto geschossen, weil ich den Anblick der eingeschichteten Rauten einfach oberaffengeil fand und immer noch finde! Ich geb’s ja zu …

Jetzt durfte bloß nichts mehr schiefgehen! Extra omnes! Insbesondere, wenn sie Klaus heißen und ein Seifenkobold sind!

Der Seifenleim war an der Reihe. Den konnte ich auf dem üblichen Weg inzwischen schon einigermaßen routiniert herstellen und füllte ihn, kurzentschlossen mit etwas Titandioxid aufgehellt, in zwei Messkannen. Jetzt galt es! Nun würde sich erweisen, ob meine theoretischen Überlegungen der Praxis standhielten …TiefLufthol…

Ich rührte das PÖ, so schnell ich konnte, in den Seifenleim und goss diesen zügig über die ganze Fläche der Rauten. So, hoffte ich, würde er nach unten laufen und dort die Lücken gut füllen können.

Dann flugs das PÖ in die zweite Hälfte des Seifenleims gerührt und in Windeseile ein zweites Mal die ganze Fläche bedeckt. Drin war er schon mal. SteinvomHerzenfall!

Ich strich den Seifenleim mit meinem »Seifenschaber« glatt und klopfte die Form noch einige Male auf die Arbeitsfläche, und tatsächlich traten einige kleine Luftbläschen aus. War mein Plan am Ende wirklich aufgegangen? Naja, auch ein blindes Huhn findet bekanntlich mal ein Korn, n’est-ce pas?

Von oben bzw. vorne sah sie ja schon mal gut aus:

20210501_231240_Rhombus_Finale_1_Tableau_I_gefuellt_600.jpg

Wirklich herausfinden, ob es gutgegangen war, würde ich aber erst, wenn ich sie ausgeformt hatte … Also mal wieder warten … Frage: was ist die häufigste »Tätigkeit« beim Seifesieden? Antwort: Warten!

Nach ein paar Tagen konnte ich sie aus dem Dividor befreien. Die Stunde der Wahrheit war gekommen! Die Oberseite sah nach wie vor gut aus. Alles schien gut bedeckt zu sein.

Die Unterseite allerdings wies stellenweise Lücken auf, die der Seifenleim nicht gefüllt hatte. Teils weil es einfach zu schmale Schlitze waren, teils weil der Seifenleim wohl doch noch zu schnell angezogen hatte und schon zu puddingartig war.

Ich entschied, die Seifenplatte erst einmal weiter trocknen zu lassen und zu versuchen, mit dem Seifenleim der 2. Finalrunde einige der Lücken zu schließen, bevor ich sie schneiden und hobeln würde. Dann würde es statt zwei verschieden alter eben nur noch eine große Charge geben. Was soll’s!

Auf zur letzten Runde …


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