»Von Drauß’ vom Walde«

Ich hatte mich wieder für’s Nikolaus-Wichteln angemeldet und benötigte eine Seife, die möglichst keine Rückschlüsse auf mich zuließ.

Als ich das Rezept für die »Dinkelsbühler Kastanie« zusammenstellte, dachte ich mir, ich könnte das auch mal ohne Kastanien-Sud ausprobieren.

Da ich die Tannenform benutzen wollte, wollte ich einen zweiten Versuch mit dem »Fichtennadelgrün« Pigment wagen und mit dem ÄÖ »Fichtennadel« beduften.

Angesichts der gewählten Öle musste ich davon ausgehen, dass die Seife einen leichten Beige-Ton bekommen würde. Daher plante ich auch ein wenig Titandioxid zum Aufhellen ein.

Da ich die »Dinkelsbühler Kastanie« und die »Von Drauß’ vom Walde« am gleichen Tag und mit dem gleichen Rezept machen würde, wog ich gleich die Fette für beide Seifen ab - bis auf das Reiskeimöl, das ich bei ersterer zum pürieren der gekochten Kastanien brauchte - und teilte die Fettmengen hinterher auf.

Zum Schluss kam auch hier noch das Reiskeimöl dazu.

Während die Lauge auf Zimmertemperatur abkühlte, bereitete ich die Farben vor. Diese dispergierte ich wie üblich in etwas von der Ölmischung aus dem Topf.

Das grüne Pigment gab ich messerspitzenweise zu, in der Hoffnung, dass die Menge später in der Seife nicht wieder satt grün ausblutete. Auch das Titandioxid wollte ich lieber sparsam einsetzen.

Leider war der grüne Seifenleim so extrem hellgrün, dass die Farbe kaum zu sehen war, sodass ich doch noch etwas mehr Farbpigment zugab. Der weiße Seifenleim wiederum schien nicht richtig weiß werden zu wollen, aber hier gab ich nichts weiter zu.

Ich musste nur noch das ätherische Öl unterrühren und dann konnte ich einformen.

Anders als bei der Kastanie zog der Seifenleim beim Einfüllen zwar relativ schnell, aber nicht so blitzbetonartig an, sodass ich in die Bäume den grünen Seifenleim, dahinter weißen und ganz hinten wechselweise grünen und weißen einfüllen und mit dem Holzstäbchen etwas verswirlen konnte.

Ich war enttäuscht von dem Grünton, den man nach wie vor kaum vom Weiß unterscheiden konnte, und auch das Weiß überzeugte mich nicht. Auf ein Foto habe ich verzichtet, weil man die Farben am Foto gar nicht gesehen hätte.

Je weiter der Verseifungsprozess jedoch voranschritt, desto dunkler wurde das Grün und desto weißer wurde das Weiß … Kosmetische Farbpigmente und ich werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr …

Die Seife härtete erfreulich schnell aus und ich konnte sie mit Hilfe von »Klein-Sibieren« schnell ausformen. Das war auch nötig, da der Versandtermin für das Nikolaus-Wichteln näher rückte.

Inzwischen gefiel mir das Ergebnis sehr gut. Nur beim Eingießen würde ich das nächste Mal etwas vorsichtiger sein müssen.

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Nach ein paar Stunden Trocknungszeit konnte ich sie bereits schneiden, damit sie noch ein paar Tage weiter trocknen konnte.

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Ich musste nur noch kurz die Kanten bearbeiten, dann konnte ich ein schickes Foren-Foto schießen und sie anschließend einpacken und mit den anderen Sachen im Wichelpaket auf die Reise schicken.

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Die Seife gefällt mir ausgesprochen gut. Jetzt bin ich gespannt, wie sie sich im Vergleich zu ihrer »Schwester« »Dinkelsbühler Kastanie« wäscht. Wir werden sehen.


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