»Dinkelsbühler Kastanie«
An unserem Wochenende mit der Clique, machten wir unter anderem einen Ausflug ins nahe Dinkelsbühl, wo wir zufällig ein paar einzelne, kleine Kastanien unter einem Kastanienbäumchen fanden.
Die Ausbeute war zwar nicht überragend, aber wir waren ja auch schon in der zweiten Oktoberhälfte, und für eine kleine Charge sollte es doch allemal reichen.

Allerdings brauchte ich noch ein passendes Rezept. Nach einem prüfenden Blick in meinen Ölbestand und den wunderbaren Ergebnissen meiner Cupukabu, beschloss ich testweise ein neues Rezept mit einem höheren Anteil Cupuaçubutter zu erstellen: Cupucoco
- Cupuaçubutter, Kokosöl, Distelöl h. o., Reiskeimöl, Rizinusöl
- 10% LU
- Farbe: —
- Duft: PÖ »Cinnamon Orange«
- Sonstiges: Rosskastanien-Sud (entmineralisiertes Wasser, Rosskastanien mit Schalen) (LF), Zitronensäure
Ich schnitt die Kastanien samt Schalen in kleine Stücke und kochte mit entmineralisiertem Wasser einen Kastanien-Sud. Das Töpfchen hat nur 12cm Durchmesser.
Durch die Schalen im Sud würde die Seife einen schönen Braunton erhalten, wodurch keine weitere Farbzugabe notwendig war.

Nach 20 Minuten Kochzeit schaltete ich den Herd ab und ließ den Sud über Nacht zugedeckt erkalten.
Am nächsten Tag gab ich das benötigte Reiskeimöl in den Sud und versuchte die weichgekochten Kastanien zu pürieren, soweit es ging. Notiz an mich: Nächstes Mal entweder länger kochen, bis auch die Schalen weicher sind oder das Ganze in den Standmixer - oder beides.
Die Masse gab ich durch ein Sieb zu den warmen Ölen, die im Topf bereitstanden.
Nach meinen Erfahrungen mit der Haarseife mit Kastanien-Sud, stellte ich die Lauge mit der Wassermenge her, die dem Kastanien-Sud auf die gewünschte Flüssigkeitsmenge fehlte. Das war etwas mehr als das 1,1-fache der NaOH-Menge (inkl. ZS), sodass das perfekt passte.
Nachdem Fette und Lauge auf Zimmertemperatur abgekühlt waren, konnte ich den Seifenleim zusammenrühren und nach Zugabe des Duftes zügig einfüllen.

Auf dem Foto erkennt man gut, dass ich es gerade so geschafft habe, die Seife in die Form zu bekommen, so schnell hat der Seifenleim angezogen.
Dafür wurde sie aber auch schön schnell fest und ich konnte sie bald ausformen.


Einen Tag später setzte ich mein Vorhaben um, sie ein wenig zu »veredeln».


So gefiel sie mir richtig gut. Und so durfte sie weiter reifen und trocknen.

Das kleine Reststückchen, das ich von der Form gesammelt hatte, habe ich bereits angewaschen und das Ergebnis gefällt mir ausgesprochen gut.