25er Kaffeeseife
Ich liebe Kaffeeseife für die Küche. Als Geruchskiller für die Hände nach dem Gemüseschnippeln finde ich sie top. Also, warum nicht mal selbst eine machen? Nach fünf anderen, war die quasi ja schon überfällig.
Als Rezept diente wieder die bewährte 25er mit der bewährten Zusammensetzung. Anders war die Laugenflüssigkeit. Die bestand diesmal nicht aus destilliertem Wasser, sondern aus ganz stark angerührtem Kaffee. Der Löffel ist aber noch nicht drin stehen geblieben. Außerdem wollte ich Kaffeesatz-»Presslinge« aus meiner Kaffeemaschine recyclen und als Schrubbelzusatz in die Seife packen.
- Fette: Kokosfett, Palmfett, Olivenöl, Rapsöl
- LU 15%
- LF: ganz starker Kaffee
- Farbe: —
- Duft: »Cappuccino«
- Sonstiges: Kaffeesatz
Bei starkem Kaffee als Laugenflüssigkeit empfiehlt es sich, allein zugunsten einer geringeren Geruchsbelästigung, noch mehr als bei destilliertem Wasser, das NaOH in homöopathischen Dosen zuzugeben. Eine Gasmaske als Alternative stand mir leider nicht zur Verfügung.
Der Seifenleim brauchte gefühlt etwas länger, um merkbar anzudicken; das PÖ hatte hier keine Auswirkungen. Nach Zugabe des Kaffeesatzes war jedoch wieder schnelles Arbeiten gefragt und ich musste den Seifenleim eiligst in die Blockform füllen. Der überschüssige Rest kam in bereitgestellte Einzelformen.
Die Frage war, ob ich einen weiteren Versuch starten sollte, einen Teil der Seife gelen zu lassen. Das hatte ich bei meinen ersten beiden nämlich versucht, und ein Tray in den Ofen gestellt.
Bei der allerersten hatte ich im Anschluss auf Bitten meiner Männer Grießbrei gekocht. Ich muss vermutlich nicht beschreiben, wie sie ausgesehen hat … Die zweite wurde etwas besser, aber auch kein durchschlagender Erfolg.
Also dachte ich mir, Egal! Kaffeeseife ist für die Küche, ob sie gegelt hat oder nicht. Da ich ja bekanntermaßen nicht neugierig, sondern nur sehr fürsorglich bin, musste ich natürlich nach einiger Zeit nachgucken, was mein Seiflein macht und ob es mich braucht …

In der Blockform zeigte sich ein dunkler Kern. Offensichtlich hatte sie sich ohne mein weiteres Zutun entschlossen, von alleine zu gelen. Also werde ich sie nächstes Mal schön brav einpacken, damit sie ganz durchgelt. Hätte ich es darauf angelegt, hätte sie das garantiert nicht gemacht. Ts …
Nach zwei Tagen konnte ich die Seife ausformen und schneiden. Das ging schon sehr gut. Mit dem Stempeln hätte ich aber besser noch einen Tag gewartet. Dafür war die Seife doch noch etwas zu weich, insbesondere für diesen filigranen Stempel. Gut, das mach ich halt beim nächsten Mal.

Man kann bei der geschnittenen Seife sehr gut sehen, dass sie nicht bis ganz nach außen gegelt hat. Sie ist nur innen so schön dunkelbraun, wie ich sie wollte, hat aber außen noch einen dünnen, helleren Rand. In den Einzelformen hat sie sich nicht so aufgeheizt, sodass sie da gar nicht gegelt hat. Daher ist sie noch caramelfarben. Sie gefällt mir aber trotzdem - ist halt Milchkaffee …

So zufrieden ich mit der Optik der Seife war, so gewöhnungsbedürftig war der Duft. Das buchstäblich »umwerfende« Odeur der Kaffeelauge hielt sich sehr hartnäckig in meiner Nase. Erst nach einigen Wochen konnte allmählich den Duft des PÖs wahrnehmen. Der war doch erheblich besser. So konnte ich mit dem Ergebnis rundum zufrieden sein. Und inzwischen ist schon auch fast keine mehr da.