Haarseife, die Zweite - zweite »überarbeitete Auflage«
Haarseife Nr. 2, mit verändertem Rezept und kurzfristig ergänztem Honig, reifte vor sich hin, ließ sich aber sehr viel Zeit. Sie stand nun fast vier Wochen im Keller und machte keine Anstalten richtig fest zu werden. Außerdem wollte ich die veränderten Fettanteile im Vergleich zu meiner ersten Haarseife mit ebendieser vergleichen können.
Haarseifenrezept Nr. 2 mit der veränderten Zusammensetzung aber ohne Honigzusatz stand an:
- Fette: Rizinusöl, Babassuöl, Olivenöl, Avocadoöl, Traubenkernöl, Sheabutter
- ÜF: Brokkolisamenöl
- 9% LU + 1% ÜF
- LF: starker Brennnesseltee
- Farbe: —
- Duft: ätherisches Kiefernnadelöl
- Sonstiges: Zitronensäure, Seide, Naturjoghurt
Gut, eine weitere Anpassung war nötig: der Duft! Die ÄÖ-Mischung der letzten war »ganz ok«, riss mich aber nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen hin. In der Flasche hatte er mir besser gefallen als in der Seife.
Das konnte zum Teil an der frischen Seife liegen. Ich habe allgemein das Problem, dass für meine Nase bei frischer Seife immer noch der Laugengeruch durchschlägt und der eigentliche Duft sich erst nach und nach durchsetzt - Wieviel davon psychologischen Seiteneffekten zuzuschreiben ist, lasse ich mal dahingestellt. Bei meiner Kaffeeseife hatte es zwei bis drei Monate gedauert, bis sie für meine Nase Kaffeeduft hatte. Wirklich!
Zum Teil kann das aber auch wirklich an den Düften liegen. Manche verändern sich in der Lauge zunächst und müssen sich dann erst entwickeln, können vorübergehend wohl auch mal ganz verschwunden sein, und kommen dann im Lauf der Reifezeit erst wieder richtig zum Vorschein.
Bei meiner letzten Haarseife hatte ich phasenweise allerdings die Befürchtung, dass die Seife anfing zu ranzen, so merkwürdig roch das für mein Empfinden manchmal. Hätte ich etwas anders machen müssen? Eher unwahrscheinlich. Jedenfalls wollte ich das so erst mal nicht wiederholen.
Also ging ich in den Keller zum »Testschnuppern«. Meine Wahl fiel auf ätherisches Kiefernnadelöl, das mir in dem Moment am meisten zusagte. Das wiederum überraschte mich selbt ein wenig, hatte ich beim ersten Testschnuppern nach dem Kauf doch eindeutig festgestellt, dass Fichtennadelöl mit deutlichem Abstand der angenehmste Nadelholzduft war … Grübel …
Böse Zungen würden an dieser Stelle wahrscheinlich anführen, dass »die Nase« ja weiblich ist und weibliche Geschöpfe bekanntermaßen ihre Launen haben und quasi »alle Nase lang« ihre Meinung ändern. Ich bin allerdings der Ansicht, dass weibliche Wesen zusammenhalten müssen, und beschloss meiner Nase zu vertrauen. Und nein, ich führe keine Gespräche mit meiner Nase!
Das Rezept wieder zum Abhaken auf dem Blöckchen notiert und es konnte losgehen mit meiner fünften Heißverseiften.
Diesmal gab es keine großen Überraschungen beim Herstellen des Leims oder dem weiteren Verseifungsprozess im Crocky. Ich hatte auch keine komischen Einfälle, was ich spontan noch in den Topf geben konnte. Und so hatte ich bald meine dritte Haarseife in der Blockform - diesmal planmäßig:

Ich weiß nicht warum, aber HP-Seifen haben bei mir ungefärbt immer so einen Farbton. Obwohl sie diesmal wieder etwas heller wirkte als die letzte mit Honig.
Zu meiner Freude ließ sich diese HP wieder am nächsten Tag ausformen - statt nach mehreren Tagen, wie ihre Vorgängerin - und nach weiterer Trockenzeit sehr viel schneller schneiden, als die letzte, die immer noch im Keller stand und trocknete.
Interessant waren die Farben der beiden Seifen. Frisch in die Blockform gefüllt,s hatte die Haarseife mit Honigzusatz dunkler ausgesehen als alle anderen HPs. Jetzt bot sich ein anderes Bild:

Die dunkelste war tatsächlich meine letzte Haarseife mit mehr Oliven- und Avocadoöl, aber ohne Honig (unten). Hätte ich so nicht erwartet.
Knapp zwei Wochen später konnte ich beide neuen Haarseifen endlich verpacken - natürlich nicht, ohne vorher noch »Forumsfotos« zu schießen:

Und hier beide Haarseifen im Vergleich. Dieselbe Zusammensetzung, einmal mit und einmal ohne Honigzusatz:

Glücklicherweise brauchten mein Pubertier und ich zufällig neue Haarseifen zum Gebrauch. Und so packte ich zwei Stücke von meiner ersten Haarseife aus und konnte damit alle drei »Schönheiten« im Bild festhalten.
Meine drei ersten Haarseifen - die erste Testseife, die neue Rezeptur mit Honig und die neue Rezeptur ohne Honig:

Noch warten die beiden neuen Haarseifen darauf, getestet zu werden. Infos, wie sie sich im Gebrauch machen, werde ich auch hier nachliefern.