Resteseife, die erste

Was macht man, wenn man diverse Ölflaschen herumstehen hat, in denen sich jeweils noch ein kleiner Rest Öl befindet? Genau! Resteseife! Eine schlichte Heißverseifte zum Händewaschen sollte sich damit doch herstellen lassen.

Ich fing also an, die offenen Flaschen samt Inhalt abzuwiegen und selbigen dann in den Crock-Pot zu kippen. Die - so gut es eben ging - restentleerten Flaschen noch einmal auf die Küchenwaage gestellt ließ sich die Restmenge an Öl ermitteln.

Diese Angaben tippte ich in meine schlaue Tabellenkalkulation ein, die ich mir für ebensolche Resteseifen zurechtgeschustert hatte. Erstaunlicherweise kam so, wie die Zahlen waren, eine brauchbare Seife raus. Mit einem Laugenunterschuss von 10% sollte es ohne Überfettungsöl funktionieren.

Allerdings hatte ich noch eine Flasche mit einem Olivenölrest drin, über dessen Verwendung ich noch unschlüssig war. Diesen Rest wog ich separat ab und ergänzte die 97g Olivenöl bei den Angaben meiner Resteseife. An den Werten ergaben sich keine nennenswerten Änderungen also beschloss ich, das Olivenöl für 10% Überfettung zu verwenden.

Mit meiner aktuellen Gesamtfettmenge musste ich also 46g in den Crock-Pot geben und die restlichen 51g als Überfettungsöl zurückbehalten. Ich trug also die 51g Olivenöl als Überfettungsöl in meine Tabelle ein. So konnte ich die NaOH-Menge ohne Änderungen übernehmen.

Zum Beduften wollte ich den Rest des PÖs »Seerose« verwenden, der noch in der Flasche war. wenn schon Reste, dann richtig! 9,97g ergaben bei der Berechnung im Nachhinein eine Konzentration von 1,77%. Wenig, aber für eine HP mit dezentem Duft ausreichend.

Als Farbe wollte ich zur Abwechslung mal etwas Rötliches und suchte mir das Mica “Red” aus. Durch das Olivenöl würde es zwar orange werden, aber es war in jedem Fall nicht wieder grün oder blau. Das Rot rührte ich gleich in das Überfettungs-Olivenöl.

Als kurze Zeit später der pürierte Seifenleim so vor sich hin köchelte, warf ich noch einmal einen Blick auf meine Tabelle - und japste erst mal nach Luft! Schei…!!! Ich hatte zwar die 51g Olivenöl als Überfettungsöl eingetragen, aber die 97g zum Verseifen nicht auf 46g korrigiert! Damit war die NaOH-Menge zu hoch!

Kurzerhand rechnete ich die überschüssige Menge NaOH aus und damit dann die Menge an Rapsöl, die ich damit verseifen konnte. Die errechneten 52g Rapsöl wanderten postwendend in den Crock-Pot und ließen sich mit dem Schneebesen zum Glück noch sehr gut unterrühren. Uff! Das war noch mal gut gegangen!

Sobald der Verseifungsprozess abgeschlossen erschien, gab ich das gefärbte Olivenöl, das Parfümöl, sowie 4 EL Joghurt in den Topf und rührte eiligst um. Mit Unterstützung meines Mannes - dieser Keramiktopf ist schwer und heiß und nicht so einfach zu halten, wenn man gezielt einfüllen will - füllte ich die Masse zügig in die bereitgestellte Chipsrolle.

Die Konsistenz dieser Masse, die ich da eingefüllt hatte, schien mir fließfähiger zu sein, als bei meinen bisherigen HPs. Ob das Wunschdenken oder Realität war, würde sich zeigen. Ich rührte sie mit einem Edelstahl-Grillspieß noch einmal um, um so hoffentlich eventuell vorhandene Luftblasen loszuwerden. Dann musste die Seife erst einmal abkühlen und aushärten.

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Die endgültigen Ingredienzen waren also nun:

Normalerweise kann man eine HP ja ausformen, sobald sie kalt und fest genug ist. Da ich zwischenzeitlich aber mit der Jubiläumsseife beschäftigt war, die ich am Tag zuvor gesiedet hatte und die ausgeformt und bemalt und pünktlich zum Jubiläumstag im Forum eingestellt werden sollte, musste die Reste-HP leider warten. Das muss man sich jetzt mal vorstellen! Keine Zeit, die Seife auszuformen …

Sobald die Jubiläumsseife im Forum eingestellt war, konnte ich mich endlich den beiden Seifen widmen, die noch auf das Ausformen und Schneiden warteten. Ich entschied mich, die RestHP als erste ins Gefrierfach zu geben, die trotz der langen Zeit in der Rolle noch recht weich war. Dort durfte sie dann übernachten.

Am nächsten Tag wurde sie endlich aus der Rolle befreit. Leider ging der Schnitt etwas zu tief und ich hatte einen Längsschnitt in der ansonsten schönen, zylindrischen Seife. Ich brauche definitiv noch eine sinnvolle Methode, die Seife aus der Rolle zu holen. »Aus der Rolle fallen«, wäre hier ausnahmsweise mal richtig praktisch.

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Definitiv meine bisher schönste und glatteste HP! Lerne ich am Ende doch noch, so richtig schöne HP-Seifen herzustellen? Die Chancen hatten sich eindeutig erhöht.

Nach einer weiteren Übernachtung - diesmal im Keller zum Trocknen - konnte ich die Seife schneiden. Vorher versuchte ich aber noch, den Längsschnitt notdürftig wieder zu verschließen. Die Seife war zum Glück noch immer weich genug dafür und ließ sich zurechtdrücken. Leider hatte der schöne Seifenzylinder dadurch einen plattgedrückten Streifen. Tja, man kann eben nicht alles haben.

Geschnitten sah die Seife sehr gut aus. Nur eine einzige, winzige Luftblase zeigte sich an einer der Schnittflächen. Ansonsten sah sie richtig glatt aus!

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Nun durfte sie erst einmal einen Tag trocknen, bevor ich sie stempelte und die Kanten brach:

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Und hier noch das obligatorische »Forumsfoto«:

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Reif für die »Reifezeit« … Immer diese lästige Warterei …


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