»Himbeerwölkchen«

Der Plan

Für eine in absehbarer Zeit anstehende Familienfeier sollten die Gäste, statt irgendwelcher Standard-Pappkärtchen, als Platzkärtchen Seifen bekommen.

Fragte sich nur, welche. Für alle die gleiche? Eine geschlechtsneutrale Farbgebung zu finden, wäre problemlos machbar. Ein akzeptabler Unisex-Duft würde sich auch irgendwie finden lassen. Dennoch gefiel mir die Idee nicht, hatte ich doch so viele Ideen auf meiner mentalen »Tapete«, die ich bei dieser Gelegenheit umsetzen konnte. Wenn mir eines nie ausgehen wird, dann die Ideen. Kann Kreativität ein Fluch sein?

Von einigen Gästen kannten wir die Interessen gut. Da bot es sich an, meine vielen vorhandenen Einzelformen zu nutzen und individuelle Seifen zu sieden. Bei anderen Gästen mussten wir bezüglich der Interessen eher raten. Hier brauchte ich also eher eine »Universalwaffe«, die möglichst vielen gefallen würde. Der jeweilige Duft war ohnehin reine Glückssache.

Für die Herren der Schöpfung hatte ich noch etliche Stücke von meiner »Rhombus« vorrätig. Die würde mit Sicherheit großen Anklang finden. Außerdem war die »Blue Planet«, obwohl sie eigentlich als Resteverwertung entstanden war, so schön geworden, dass sie einigen Gästen sicher auch gefallen würde.

Und für die Damen? Hmm … Wieder zwei- oder mehrfarbige Klecks-Blumenseifen mit entsprechendem Duft? … Ich wollte etwas anderes! … Grübel … Die Taiwan-Swirls hatten bei den Beschenkten immer große Begeisterung ausgelöst …

Ich entschloss mich, wieder meine große Blockform zu verwenden und für die weiblichen Gäste einen Taiwan-Swirl in weiß, rosa und violett zu machen. Als Duft für diese Farbkombination würde sich das PÖ »Himbeere« gut machen.

Aus meiner großen Blockform hatte ich bei meinem »Mango-Schweinchen« immerhin 16 schöne Seifenstücke herausbekommen. Vorausgesetzt, dass sie mir diesmal beim Ausformen nicht wieder zerbrach, wäre das eine gute Menge schöner Seifen, die als Platzkärtchen hervorragend geeignet waren. … und außerdem mein Gewissen dahingehend beruhigten, dass ich ja schon eine ordentliche Menge der benötigten Seifen fertig hatte. - Strike!

Der Taiwan-Swirl bei meiner Weihnachtsseife war sehr gut gelungen, und deutlich besser als bei meinem Mangoschweinchen. Also verwendete ich dieses Rezept, mit einer kleinen Variation: Distelöl h. o. statt Sonnenblumenöl h. o., weil ich von letzerem nicht mehr genug dahatte.

Der Plan stand YES!!!.. Welch Überraschung, dass die Sache einen kleinen Haken hatte: das PÖ sollte »moderat« andicken, was auch immer das genau bedeutete. Wäre ja auch zu schön gewesen …

Würde »moderat« für den Taiwan zu schnell andicken oder würde der Swirl doch funktionieren? Vielleicht wenigstens gerade so? Beim Mango-Schweinchen war er ja auch alles andere als perfekt, aber die Seife war trotzdem sehr schön geworden …

Nach einigem Hin und Her beschloss ich, meinen Plan durchzuziehen und nicht auf einen anderen Duft auszuweichen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wie soll man auch sonst rausfinden, ob ein Plan funktioniert?

Die Ingredienzen waren also:

Die Realisierung

Als ich die Farben heraussuchte, fand ich neben einem schön »himbeerigen« Rosa und einem passenden blauviolett noch ein helles Grün, das sich ausgesprochen gut dazu machte. Doch noch das Grün dazunehmen?

Nach einigem Grübeln vertagte ich diese Farbkombination jedoch auf eine spätere Variante und blieb bei meiner ursprünglichen Farbwahl. Aber es sieht ja schon schön aus …

20211010_214248_Himbeerwoelkchen_Farben_350.jpg 20211011_011809_Himbeerwoelkchen_Farben_angeruehrt_350.jpg

Der Seifenleim ließ sich einigermaßen gut verarbeiten. Bin ja gespannt, wie viele Versuche ich noch brauche, bis ich die Seifenleimkonsistenz einigermaßen zielsicher planen kann … wenigstens ab und zu …

Der Taiwan-Swirl schien gelungen und gefiel mir sehr gut, was man von dem Restleim in der kleineren Form nicht sagen konnte. Der war eher ein undefinierbarer Farbmix. Egal, Seife wird’s immer!

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Die Seife in der kleinen Form ließ sich eher ausformen und schneiden. Sie war nicht die Schönste, aber sie duftete herrlich nach Himbeeren. Sabber!

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Dafür hatte sich die Geduld bei der großen Blockform gelohnt. Diesmal klappte das Ausformen ohne Pannen und ich bekam sie in einem Stück raus.

Interessant ist die Optik der Unterseite (nachfolgend) im Vergleich zur Oberseite (oben):

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Beim Schneiden war ich leider nicht genau genug, sodass ein Teil der Stücke ein paar mm schmäler ist als die anderen, aber trotzdem sind sie groß genug.

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Zugegeben, einen Taiwan-Swirl kann man besser machen, aber die Seifen sehen trotzdem toll aus, und die Farben machen sich extremst gut. Aber beim nächsten Versuch kommt noch das Grün rein!

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Die Seifen kamen bei den Beschenkten sehr gut an, und uns gefallen sie auch. Der Duft ist toll, mein »White Cloud«-Rezept erste Sahne, der Taiwan-Swirl ist sowieso mein Liebling. Insgesamt also echtes Lieblingsseifen-Potential …


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