Underneath the mango tree, my honey and me …

ein albernes Lied aus einem alten James-Bond-Film, das mir jedes Mal einfällt, wenn ich Mango sehe, höre oder lese. Mein Mann ist schuld … ;-) Aber zu meinem Meer- … äh … »Mangoschweinchen«, meiner ersten Seife in diesem Jahr.

Ich wollte Schweineschmalz ausprobieren, weil tierische Fette für die Haut sehr angenehme Seifen produzieren sollen. Und damit man das auch anständig testen kann, bot sich ein 25er-Rezept an, mit einem Schaumfett und zwei Ölen.

Ich wollte einen Duft, der weder andickt noch verfärbt. Wieso fallen eigentlich fast alle Düfte, die mir so richtig gut gefallen, in mindestens eine dieser beiden Kategorien?! Menno! Schmoll! … Meine Wahl fiel auf das Parfümöl »Mango« und als ich mal wieder eine Mango in der Hand hatte, standen auch die Farben fest: grün, gelb, und rot.

Ich hatte kurz zuvor meine neue, große Blockform bekommen, mit mehreren Möglichkeiten, Trenner einzusetzen. Also beschloss ich, diese einzuweihen und noch einmal einen Taiwan-Swirl zu versuchen. Die Weihnachtsseife »Fröhliche Weihnachten« war mit drei Farben hervorragend gelungen.

Mutig - man könnte auch sagen, in einem Anflug von Größenwahn - sollten es diesmal sogar sechs Farben werden. So konnte ich, wie ich hoffte, schöne Übergänge zwischen rot, gelb und grün schaffen. Etwas Zucker als Zusatz sollte beim Einfüllen der vielen Farben helfen und den Seifenleim länger flüssig halten.

Somit hatten wir folgende Ingredienzen:

Der Zucker ließ sich im destillierten Wasser sehr schnell auflösen. Das Schweineschmalz brauchte eine etwas höhere Temperatur, bis alles geschmolzen war und entwickelte dabei eine leichte, etwas eigenwillige Duftnote.

Die Farben sahen angerührt schon mal vielversprechend aus. Blieb die Frage, ob sie das hinterher in der Seife auch noch tun würden …

20210109_193607_Mangoschwein_Farben1_350 20210109_193611_Mangoschwein_Farben2_350

Beim Einfüllen des Seifenleims, hatte ich den Eindruck, dass das Schweineschmalz im Seifenleim stellenweise schon wieder festzuwerden begann, sich aber beim Umrühren wieder löste. Trödeln durfte ich also nicht.

Prinzipiell hat alles ganz gut geklappt. Die Reaktionen der Pigmente im Seifenleim zu beobachten war spannend. Das Gelb wurde erst mal kräftig orange, sodass ich zwei Farben in der Reihenfolge vertauschte, und das Rot wurde lila. Am-Kopf-kratz … Wenn ich lila will, kriege ich dunkelbraun, und wenn ich mir dunkelrot einbilde, wird’s lila? … Ah ja …

20210109_213044_Mangoschwein-frischeingefuellt_600

Anders als Micas, kann es bei Farbpigmenten passieren, dass sie sich im Laufe des Verseifungsprozesses verändern. Das kann zu merkwürdigen Farbveränderungen führen, die oft, wie in meinem Fall, aber nur ein temporärer Zustand sind. Hinterher hatte ich wieder gelb und rot. Zum Glück! …

Das Ausformen lief leider nicht ganz so, wie gewünscht. Die »Seifenstange« brach mir beim herunterschieben von der Bodenplatte durch. Mist!

20210112_014001_Mangoschwein-frischgeschnitten_600

Letztlich hatte ich die gewünschten Farbtöne doch nicht genau getroffen, und der Swirl war auch nicht gerade umwerfend, aber man erkannte zumindest, in welche Richtung es gehen sollte.

Die Seife war in jedem Fall schön bunt. Und die vier Seifenstücke mit den Bruchkanten, sahen letztlich auch nicht so schlimm aus. Die würden wir halt selber benutzen.

20210117_202835_Mangoschwein_600.jpg

Merkwürdigerweise hatte ich auch nach der Reifezeit noch einige Zeit das Gefühl, dass der Geruch vom Schweineschmalz ganz dezent durchkam. Da ich damit jedoch die Einzige war, ist wohl eher davon auszugehen, dass mir hier meine Psyche einen Streich gespielt hat, wie schon bei der Kaffeeseife.

Nach gut einem Jahr war die Seife dann so richtig schön. Sie hatte einen angenehmen, feinen, cremigen Schaum und einen leckeren Mangoduft - und tatsächlich auch für meine Nase nur noch den …


vorherige Seife            Übersicht            nächste Seife