»Blue Planet«
Ich hatte von meiner »Rhombus« noch jede Menge Hobelreste, die noch irgendwie verwertet werden wollten. Im »Seifenforum« lieferte mir »Sommerpunkte« mit ihren »Galaktischen Weiten« (zweites Bild unten) DIE Idee schlechthin.
Nur würde ich nicht mit einem ganzen Planetensystem aufwarten können, sondern nur mit blau-weißen Perlen - unserer schönen Erde nicht ganz unähnlich - womit der Name für die Seife auch schon gefunden war.
Im »schwarzen Samt des Universums« finden sich die gleichen Komponenten, wie in den Planeten:
- Fette: Olivenöl, Babassuöl, Sheabutter, Avocadoöl, Rizinusöl, Cupuaçubutter
- 10% LU
- LF: 30% (statt der üblichen 33%, die ich bisher verwendet hatte)
- Farbe: Pigment »schwarz«
- Duft: PÖ »Clear Sign«
Als Duft wählte ich wieder »Clear Sign«, weil er mir gefiel, und weil er in den Planeten sowieso schon drin war und ich ihn nicht mit etwas Anderem zusammenmischen wollte. Die Frage war, welche Dosierung ich verwenden würde. Ich entschied mich, mit 3% zu arbeiten und den Seifenleim auf zwei Etappen in die Form zu gießen.
Also Seifenleim anrühren, auf zwei Kannen verteilen, die erste Hälfte beduften und umgehend eingießen, dann die zweite Hälfte beduften und postwendend in die Form füllen, war nun keine allzu große Herausforderung, und das Ergebnis sah erst mal ganz gut aus.
Die Dosierung mit Farbpigmenten ist ja immer spannend, und ich hatte bis dato noch nie versucht, schwarze Seife herzustellen. Sie blieb trotz des laut Händler »farbstarken« Pigments aber dunkelgrau mit Schlieren - auch als ich sie endlich ausformen konnte:

Beim Ausformen musste ich feststellen, dass das Blitzbeton-PÖ trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch wieder etwas quergeschossen hatte, und der Block aussah wie ein vorgebohrter Stahlträger:

Ein Lachanfall nach dem Ausformen ist ja eher nicht das, was man plant, aber auch nicht unbedingt die schlimmste Reaktion, die man zeigen kann. Und ich muss gestehen, dass mich dieses Foto nach wie vor sehr amüsiert.
Angeschnitten sieht die Seife aber genau so aus, wie ich gehofft hatte. Insofern ist mein Plan unterm Strich sehr gut aufgegangen Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert - jedenfalls weitestgehend …:

Da die einfarbigen »Restleim-Seifen« so einfarbig ein bisschen eintönig aussahen, spendierte ich ihnen einige Zeit später noch eine »Runde« silbernes Mica:

Blieb noch die spannende Frage, wie »farbstark« sich das schwarze Pigment beim Waschen bemerkbar machten würde. Schwarze Seifen bluten gerne aus und erzeugen beim Waschen grauen Schaum, das wusste ich. Sauber waschen sie zwar trotzdem, aber farbiger Schaum ist halt trotzdem nicht jedermanns Sache.

Beim Anwaschen der kleineren Stücke konnte ich bereits feststellen, dass sich der Schaum verfärbte und leider auch das Waschbecken mit der Zeit einen grauen Farbschleier bekam. Zum Glück ließ der sich aber gut wegputzen. Ein weiterer Grund, endlich mal Putzseife zu testen …
Und somit reihe ich mich ein, in die Gruppe derer, die eine Möglichkeit suchen, schwarze Seife herzustellen, die nicht ausblutet - weil, optisch macht meine »Blue Planet« ja schon was her …